Schlafzimmer für Allergiker: Matratzen, Bettwäsche und Staubvermeidung
Ein allergikerfreundliches Schlafzimmer beginnt bei der Matratze. Hausstaubmilben leben bevorzugt in warmen, feuchten Umgebungen und ernähren sich von Hautschuppen, die sich tief in Polstern und Matratzenkernen absetzen. Latex- oder Kaltschaummatratzen mit dichter Oberfläche sind deutlich besser geeignet als Federkernmodelle, deren Hohlräume kaum zu reinigen sind. Ein waschbarer Matratzenbezug, der bei mindestens 60 Grad gewaschen werden kann, schützt zusätzlich. Wer den Bezug regelmäßig alle zwei bis drei Monate wäscht, reduziert die Milbenpopulation erheblich. Matratzen sollten zudem alle acht bis zehn Jahre ausgetauscht werden, da sich mit der Zeit immer mehr Allergene im Kern festsetzen.
Bei der Bettwäsche entscheidet vor allem das Material. Mikrofaser und dicht gewebte Baumwolle mit hoher Fadendichte lassen weniger Milbenkot durch als grobe Leinenstoffe. Bettdecken aus Daunen sind für Allergiker problematisch, weil sie Feuchtigkeit speichern und selten heiß genug gewaschen werden können. Besser geeignet sind Decken aus Polyester, die bei 60 Grad waschbar sind, oder spezielle Encasings. Diese milbenundurchlässigen Hüllen umschließen Matratze, Decke und Kissen vollständig und halten die Allergene dort, wo sie hingehören. Beim Bezug sollte man auf verdeckte Reißverschlüsse und geprüfte Dichtigkeit achten, sonst verliert der Schutz seine Wirkung.
Staubvermeidung geht über die Bettwäsche hinaus. Glatte Böden wie Parkett, Laminat oder Fliesen sind Teppichen vorzuziehen, da sie sich feucht wischen lassen. Vorhänge sollten regelmäßig bei hoher Temperatur gewaschen werden, besser noch durch Rollos oder Jalousien ersetzt werden. Staubfänger wie offene Regale, Stofftiere auf dem Bett oder schwere Gardinen sammeln Milben und erschweren die Reinigung. Wer sein Schlafzimmer konsequent allergikerfreundlich einrichten möchte, sollte außerdem auf eine niedrige Luftfeuchtigkeit achten, denn unter 50 Prozent vermehren sich Milben kaum noch. Stoßlüften statt Dauerlüften und eine Raumtemperatur um 18 bis 20 Grad unterstützen diesen Effekt.
Ein weiterer Punkt ist die Reinigung selbst. Staubsaugen mit einem Gerät, das über einen HEPA-Filter verfügt, verhindert, dass feine Partikel wieder in die Luft gelangen. Feucht wischen ist effektiver als trocken wischen, weil dabei Staub gebunden wird. Kissen und Decken sollten mindestens viermal im Jahr bei 60 Grad gewaschen werden. Wer konsequent auf diese Details achtet, schläft nicht nur ruhiger, sondern reduziert auch die tägliche Belastung durch Allergene im Schlafzimmer dauerhaft.