Warmwasserkosten im Altbau senken: Speicher und Leitungen
Die Warmwasserkosten im Altbau entstehen selten dort, wo man sie vermutet. Wer nur auf den Kessel schaut, übersieht den eigentlichen Verbraucher: die Zirkulationsleitung. In Bestandsgebäuden mit langen Steigsträngen kühlt das Wasser auf dem Weg zur Zapfstelle aus, die Umwälzpumpe drückt permanent nach, und der Brenner taktet im Minutentakt. Eine Messung der Vor- und Rücklauftemperatur an der Zirkulation bringt schnell Klarheit. Liegt die Rücklauftemperatur mehr als fünf Kelvin unter der Vorlauftemperatur, ist die Leitung schlicht zu dünn gedämmt oder der Volumenstrom falsch eingestellt.
Der Speicher selbst ist häufig zu groß dimensioniert. Ein 300-Liter-Speicher für einen Vier-Personen-Haushalt klingt großzügig, doch bei einer Vorlauftemperatur von 60 Grad reichen 150 Liter, sofern die Zapfprofile bekannt sind. Entscheidend ist die Bereitschaftsleistung, nicht das Volumen. Ein kleinerer Speicher mit besserer Dämmung verliert weniger Energie über die Oberfläche, und die Bereitschaftsverluste sinken proportional zur Mantelfläche. Wer zusätzlich die Speichertemperatur von 60 auf 50 Grad absenkt, reduziert die Verluste um etwa ein Drittel, muss aber die Legionellenprophylaxe im Blick behalten. Bei Anlagen mit weniger als 400 Litern und kurzen Leitungswegen ist das unkritisch.
Ein oft übersehener Hebel liegt in der Wärmespeicherung der Gebäudemasse selbst. Massive Wände und Decken können thermische Energie puffern, wenn man sie gezielt einbindet. Wie sich verborgene Phasenwechselmaterialien in Bank, Wand und Decke für behagliche Altbauten nutzen lassen, beschreibt evt-pyrotechnik.de in einem Fachbeitrag zu PCM-Speichern. Der Ansatz ersetzt keine Heizungsmodernisierung, entlastet aber die Warmwasserbereitung, weil Temperaturspitzen abgefedert werden und der Kessel seltener auf hohe Vorlauftemperaturen hochfahren muss.
Leitungsverluste vermeidet man nicht durch dickere Rohre, sondern durch kürzere Wege. Eine dezentrale Warmwasserbereitung mit Durchlauferhitzer direkt an der Zapfstelle ist im Altbau oft wirtschaftlicher als ein zentraler Speicher mit zwanzig Metern Zirkulationsleitung. Wer den zentralen Speicher behält, sollte die Zirkulationspumpe zeitgesteuert betreiben und die Rohre in den unbeheizten Bereichen mit mindestens 30 Millimetern Dämmung versehen. Jede unnötige Warmwasserleitung, die stillgelegt wird, senkt den Verbrauch sofort und dauerhaft.